Aktuelle Blogbeiträge
Falsche Verdächtigung im Sexualstrafrecht – Wie schützt sich der Beschuldigte?
Ein Vorwurf im Sexualstrafrecht trifft Beschuldigte meist völlig unerwartet – mit gravierenden Folgen für Privatleben, Beruf, Psyche und Reputation. Besonders dramatisch ist es, wenn sich im Laufe des Verfahrens herausstellt, dass die erhobene Anschuldigung unwahr oder sogar vorsätzlich falsch vorgetragen wurde. Der Straftatbestand der falschen Verdächtigung (§ 164 StGB) spielt in solchen Konstellationen eine zentrale Rolle – und bietet zugleich wichtige Ansatzpunkte für die Strafverteidigung.
Aussage-gegen-Aussage im Sexualstrafrecht – Verteidigung zwischen Zweifel und Beweis
In vielen Verfahren im Sexualstrafrecht steht am Anfang nur eine einzige belastende Aussage – ohne objektive Beweise. Viele glauben in einer solchen Situation könne nur eingestellt oder freigesprochen werden. Andere denken, es würde per se der belastenden Aussage gefolgt werden. Beides ist falsch. Es kommt auf den Inhalt und Glaubhaftigkeit der belastenden Aussage an. Gerade in solchen Konstellationen ist eine erfahrene Verteidigung besonders wirksam.
Wie man emotional mit einem Strafverfahren umgeht – Tipps und Unterstützung in belastenden Zeiten
Ein Strafverfahren stellt für viele Menschen eine absolute Ausnahmesituation dar – psychisch, emotional und sozial. Die Konfrontation mit dem Vorwurf einer Straftat löst oft eine Welle von Gefühlen aus: Angst, Scham, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Gerade Menschen, die zuvor nie mit der Justiz in Berührung gekommen sind, erleben diese Zeit als besonders belastend. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Betroffene emotional mit einem Strafverfahren umgehen können.
Tatverdacht Kinderpornografie durch Krypto-Transaktionen? Was jetzt zu tun ist!
Aktuell kommt es wiederholt zu Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Handel und Transaktionen mit Kryptowährungen. Banken und Handelsplattformen wie zum Beispiel coinbase.com, traderepublic.com, bitpanda.com und etoro.com sind seit 2022 verpflichtet auffällige Transaktionen zu melden.
Wann beginnt das menschliche Leben? – Die strafrechtliche Grauzone zwischen Schwangerschaftsabbruch und Totschlag
„Wer einen Menschen tötet, wird bestraft.“ So eindeutig dieser Grundsatz des Strafgesetzbuches scheint, so unklar ist die Antwort auf die Frage, wann ein Mensch im strafrechtlichen Sinne entsteht. Während das Zivilrecht klare Kriterien vorgibt, fehlt bis heute eine gesetzgeberische Definition im Strafrecht. Stattdessen hat der Bundesgerichtshof (BGH) durch seine Rechtsprechung festgelegt, wann das Leben beginnt – eine umstrittene Praxis, die im schlimmsten Fall ärztliche Entscheidungen zu Totschlagsdelikten macht.
IT-Sicherheitslücke entdeckt – und verurteilt: Der Fall eines IT-Experten und die Grenzen des Hacker-Paragraphen
In einer digitalisierten Welt sind Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen ständige Risiken. Doch was passiert, wenn ein IT-Sicherheitsexperte eine gravierende Sicherheitslücke entdeckt – und sich anschließend vor Gericht wiederfindet? Der Fall eines selbstständigen IT-Dienstleisters zeigt die problematische Anwendung des § 202a StGB („Hacker-Paragraph“) und wirft grundlegende Fragen über den Umgang mit ethischem Hacking und IT-Sicherheitsforschung auf.
Die Kriminalstatistik: Drei gute Gründe, warum ihre Aussagekraft begrenzt ist
Jedes Jahr im Frühjahr ist es soweit: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird veröffentlicht. Medienberichte folgen prompt und präsentieren die Zahlen in teils völlig gegensätzlichen Interpretationen. Während manche Schlagzeilen Erfolgsmeldungen zur Kriminalitätsbekämpfung verkünden, warnen andere vor einem dramatischen Anstieg bestimmter Straftaten. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen Zahlen? Wir zeigen Ihnen drei wesentliche Faktoren, die die Aussagekraft der Kriminalstatistik erheblich einschränken.
Verstehen statt Verurteilen – Pädophilie und ihre Rolle in der Strafverteidigung
Kein Begriff wird in Sexualstrafsachen gegen Kinder von Polizei, Strafjustiz und auch manchen Verteidigern so sorglos verwendet wie der Begriff Pädophilie. Doch was bedeutet er wirklich, wie verbreitet ist das Phänomen und welche Bedeutung hat es für eine professionelle Verteidigung in Sexualstrafsachen?
Exhibitionismus als Straftat: Ist § 183 StGB noch zeitgemäß?
Der § 183 StGB – Exhibitionistische Handlungen – ist eine Besonderheit im deutschen Strafrecht. Denn er kann ausschließlich von Männern verwirklicht werden. Diese Einschränkung wirft grundlegende Fragen auf: Warum wurde diese Regelung so festgelegt? Ist sie mit dem Gleichheitsgrundsatz aus Artikel 3 Grundgesetz (GG) vereinbar? Und wie wird der Begriff „Mann“ im Sinne der Norm ausgelegt?
Noch mal nachgetreten, obwohl der Angreifer schon am Boden lag? Ist das noch Notwehr?
Was passiert rechtlich, wenn ich aus Angst oder Furcht auf den Angreifer einschlage oder trete, obwohl der Angriff auf mich schon vorbei ist? Der Bundesgerichtshof sagt: Das ist strafbar. Wieso das anders sein sollte und in der juristischen Fachliteratur auch anders gesehen wird, soll hier dargestellt werden.
Betrunken eine Straftat begangen: Muss ich jetzt in die Psychiatrie?
Die Zeiten wandeln sich: Früher war eine Unterbringung in der Psychiatrie für verurteilte Straftäter in vielen Fällen erstrebenswerter als das Gefängnis. Das ist heute nicht mehr so. Denn einmal untergebracht, ist es nicht mehr leicht, den Fängen der Psychiatrie zu entkommen. Ein zunehmend privatisierter Maßregelvollzug lässt seine Kundschaft ungern gehen. Selbst für kleinere Delikte kann man auf diese Weise „lebenslänglich“ bekommen.
Statement zu den Vorwürfen des Missbrauchs und der „Folter“ in der JVA Augsburg-Gablingen
Bereits im Oktober 2023 sollen Missstände in der JVA, insbesondere die unrechtmäßige, exzessive und menschenunwürdige Isolierung von Inhaftieren im besonders gesicherten Haftraum (bgH), dem Justizministerium bekannt geworden sein.












