August 2026
WO? Amtsgericht in Hessen
WER? Fachanwalt für Strafrecht Moro
DELIKT: Schwerer Raub mit Waffen
Ergebnis: Einstellung gegen Geldauflage
Dem jugendlichen Mandanten wurde ein schwerer Raub mit Waffen vorgeworfen. Nach dem Schulunterricht soll er eine Mitschülerin mit einer Spielzeugpistole dazu gebracht haben, ihm ihre Tasche zu übergeben. Gemeinsam mit der Verteidigung wurde eine ausführliche Einlassung vorbereitet. Auf dieser Grundlage führte die Verteidigung bereits vor der Hauptverhandlung sowie nochmals zu deren Beginn ein Rechtsgespräch mit dem Gericht. Dabei konnte insbesondere herausgearbeitet werden, dass es sich um eine unüberlegte und einmalige Tat handelte, die der Mandant inzwischen deutlich bereute. Das Verfahren hatte ihn erheblich belastet und bereits zu einem spürbaren Wendepunkt geführt. In zahlreichen Gesprächen mit seiner Familie setzte er sich intensiv mit seinem Verhalten auseinander und zeigte sich einsichtig und reumütig. Die Verteidigung vertrat daher die Auffassung, dass eine Einstellung des Verfahrens gegen die Ableistung gemeinnütziger Arbeit dem Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts besser gerecht werde als eine förmliche Verurteilung. Das Gericht folgte dieser Argumentation. Im Ergebnis wurde das Verfahren eingestellt. Eine Eintragung im Führungszeugnis konnte dadurch vermieden werden. Für den Mandanten bedeutete die Einstellung nach einem für ihn sehr belastenden Verfahren eine erhebliche persönliche Entlastung und zugleich die Chance, den bereits begonnenen positiven Weg fortzusetzen.
