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Tätigkeitsfelder Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Diebstahl

Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl, Einbruchsdiebstahl, besonders schwerer Fall des Diebstahls

Diebstahlsdelikte gemäß § 242 Abs. 1 StGB gehören mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen zu den gängigsten Straftatbeständen. Sie sind den Eigentumsdelikten zuzuordnen und werden mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet.

Welche Strafe ist bei einem Diebstahlsdelikt zu erwarten?

Der weitreichende Strafrahmen spricht bereits für sich: Eine seriöse Prognose, mit welchem Strafmaß zu rechnen ist, kann ohne intensives Aktenstudium nicht abgegeben werden. Für Täter ohne einschlägige Vorstrafen kann ein Ermittlungsverfahren wegen Ladendiebstahls im geringen Umfang auch mit einer Einstellung des Verfahrens – gegebenenfalls gegen eine Auflage – enden.

Bei mehreren Taten und entsprechendem Vorstrafenregister kann hingegen eine Freiheitsstrafe im Raum stehen. Besteht auf einen Freispruch keine Aussicht, kann auf eine Geldstrafe oder eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe hingewirkt werden.

Ferner sollte auch der Vorwurf eines vermeintlichen „Bagatell-Diebstahls“ ernst genommen werden: Bei Diebstahlsqualifikationen können rasch nicht bewährungsfähige Freiheitsstrafen drohen. Dies gilt unabhängig vom Wert der gestohlenen Sache. In solchen Fällen muss ein Freispruch das Ziel der Strafverteidigung sein.

Abgrenzung des Diebstahls von anderen Delikten teilweise schwierig

Unter dem Straftatbestand des Diebstahls kann sich jeder auch nicht juristisch vorgebildete Bürger etwas vorstellen. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Abgrenzung des Diebstahls gemäß § 242 StGB zu anderen Eigentumsdelikten tatsächlich oftmals schwierig. Denkbar sind meist auch ein Betrugstatbestand gemäß § 263 StGB, die milder bestrafte Unterschlagung gemäß § 246 StGB oder gar eine straflose Gebrauchsanmaßung. Gerade bei schwer in die vorgenannten Delikte einzuordnenden Sachverhalten ist die strafrechtliche Bewertung eines Fachanwalts für Strafrecht unabdingbar, da sich hieraus auch Verteidigungschancen ergeben können.

Was kennzeichnet den Tatbestand des Diebstahls gemäß § 242 StGB?

Der Tatbestand des Diebstahls wird nicht allein durch die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache verwirklicht. Hinzukommend muss Enteignungsvorsatz, also der Vorsatz, den ursprünglichen Eigentümer dauerhaft aus seiner Eigentümerstellung zu verdrängen, nachgewiesen werden. Außerdem ist Aneigungsabsicht, also das Vorhaben, sich die Sache oder ihren Wert einzuverleiben, Voraussetzung.

Hierbei ist auch nicht von Belang, wie wertvoll das Diebesgut tatsächlich ist. Häufig sind indes wertvolle Gegenstände wie PKW oder Smartphones Gegenstand eines Diebstahls. Den Tatbestand des „Mundraubes“ bei Lebensmitteln im Supermarkt gibt es nicht. Das Mitnehmen oder der direkte Verzehr von Lebensmitteln im Supermarkt fällt grundsätzlich unter den Tatbestand des Diebstahls, sofern kein Einverständnis hierzu vorliegt.

Die „Wegnahme“ ist als Aufhebung fremden, Begründung neuen, nicht unbedingt tätereigenen Gewahrsams des Stehlgutes durch Bruch definiert. „Gewahrsam“ ist die von einem natürlichen Willen getragene Herrschaftsgewalt über die Sache. Dies kann bei bestimmten Sachen bereits beim bloßen Ergreifen mit der Hand oder dem Verbringen in eine Hosentasche oder eine Tüte der Fall sein. Der Jurist spricht bei fremder Gewahrsamssphäre (z.B. Supermarkt) von einer „Gewahrsamsenklave“.

Bei Ladendiebstählen werden Kassierer oder Ladendetektive zumeist erst bei Verlassen des Geschäfts tätig. Zwar ist das Einstecken von Diebesgut, z.B. in einen Rucksack, bereits eine Wegnahme, ein Enteignungs-/Aneignungsvorsatz könnte allerdings kaum bewiesen werden: Die jeweilige Person könnte bei einem frühen Eingreifen einwenden, sie hätte die Ware lediglich zur Kasse transportieren und dort bezahlen wollen. Wird die Person hingegen nach dem Verlassen des Kassenbereichs ohne Bezahlung der Sache ergriffen, ist dieser Einwand in der Regel nicht mehr glaubhaft.

Wo bestehen typischerweise Ansatzpunkte für einen Strafverteidiger?

Zum einen kann – wie oben bereits erwähnt – die Verteidigung auf eine Einstellung des Verfahrens wegen Geringe der Schuld abzielen. Im Idealfall ist die Täterschaft oder der Vorsatz nicht nachweisbar. Zum anderen kann auch eine Einstellung oder ein Freispruch wegen Schuldunfähigkeit gemäß § 20 StGB angestrebt werden. Dies ist aussichtsreich, wenn der Mandant z.B. an einer Kleptomanie leidet und sein Handeln zum Zeitpunkt der Tat nicht kontrollieren konnte. Durch schriftlichen Antrag kann die Staatsanwaltschaft oder das Gericht durch die Verteidigung zur Einholung eines entsprechenden Gutachtens aufgefordert werden.

Diebstahlsqualifikation: Besonders schwerer Fall des Diebstahls

Der Strafrahmen des besonders schweren Diebstahls gemäß § 243 StGB beträgt bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Bedeutende im § 243 StGB aufgeführte Varianten sind das Einbrechen oder Einsteigen in Geschäftsräume (Nr. 1), der Diebstahl besonders gesicherter Gegenstände (Nr. 2) oder der gewerbsmäßige Diebstahl (Nr. 3).

Hierbei handelt es sich um Regelbeispiele. Das bedeutet, dass ein Gericht trotz Vorliegen der oben genannten Beispiele nicht unbedingt von einem besonders schweren Fall ausgehen muss. Genauso kann das Gericht auch trotz der Nichterfüllung eines Regelbeispiels einen unbenannten besonders schweren Fall annehmen. Hier gilt es für den Strafverteidiger, durch geschickte Argumentation und umfangreiche Würdigung der Gesamtumstände dafür zu sorgen, dass das Gericht bei der Verurteilung lediglich einen einfachen Diebstahl zugrunde legt.

Diebstahlsqualifikation: Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdieb-stahl, Diebstahl mit Waffen

Bei einem Bandendiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 StGB ist eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu erwarten. Da die Bande sowohl durch den Zusammenschluss mindestens dreier Personen, als auch durch eine Bandenabrede definiert wird, liegt hier eine der Hauptchancen einer koordinierten Verteidigung.

Bei dem Vorwurf des Bandendiebstahls ist nicht nur ratsam, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder der Beschuldigten einen Verteidiger erhält. Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Dr. Hennig kann auch in kurzer Zeit ein kompetentes und eingespieltes Team versierter Strafverteidiger zusammenstellen, sodass eine perfekte Kommunikation zwischen allen Verteidigern sichergestellt ist.

Der Wohnungseinbruchsdiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB wird ebenfalls mit einer besonders hohen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren geahndet. Tatort muss hierbei zwingend ein privates Wohnobjekt sein.

Genauso hart bestraft wird der Waffendiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB. Anders als ein juristischer Laie möglicherweise zunächst annehmen würde, sind vom Begriff „Waffe“ nicht nur Pistolen, Gewehre oder Messer erfasst: Jeder Gegenstand, dessen Bestimmung in dem Angriff oder der Verteidigung liegt und objektiv gefährlich ist, subsumiert der Jurist unter den Begriff „Waffe“. Besonders schwierig ist die Definition des – ebenfalls im § 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB genannten – gefährlichen Werkzeugs. Sowohl in der juristischen Literatur als auch in diversen Urteilsbegründungen ist dieser Begriff umstritten. Da es hierbei nicht nur auf das Verletzungspotenzial des Werkzeugs, sondern auch auf die Vorstellung des Täters ankommt, bestehen hier häufig aussichtsreiche Ansatzpunkte für die Strafverteidigung.

„Mir oder einem Bekannten wird ein Diebstahl vorgeworfen. Was soll ich tun?“

Fachanwalt für Strafrecht Dr. Hennig: „Folgen Sie niemals einer polizeilichen Vorladung als Beschuldigter. Selbst für den Fall, dass Sie unschuldig sind, ist das Schweigen gegenüber den Ermittlungsbehörden besonders wichtig. Jedes Wort gegenüber der Polizei kann Chancen für Ihre Strafverteidigung zunichte machen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Leitfaden zum Umgang mit einer Vorladung als Beschuldigter. Kontaktieren Sie umgehend einen Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Strafrecht.

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